Musikbranche Schweiz

Schweizer Labels & Musikverlage

Übersicht der aktiven Schweizer Musiklabels — Indie, Major und Eigenverlag. Infos für Bands auf Labelsuche und für die Vermarktung eigener Musik.

Recording-Studio mit Mischpult und Studiomikrofon

Labels auf bandweb.ch

Irascible Music – Zürich

Eines der grössten und ältesten Schweizer Indie-Labels. Vertrieb CH+DE, breites Repertoire: Pop, Electronic, Singer/Songwriter, Rock. Nationale Bekanntheit seit 1992.

IndieZürich
Aktiv

Two Gentlemen – Zürich

Boutique-Label mit starkem Fokus auf Schweizer Pop und Alternative. Verbindungen zu internationalen Märkten über Vertriebspartner. Persönliche Betreuung der signierten Acts.

Pop / AlternativeZürich
Aktiv

Nuclear Blast / CMDG – Zug

Schweizer Niederlassung des internationalen Metal-Labels. Vertritt u.a. Eluveitie. Für den Schweizer Metal-Nachwuchs wichtige Anlaufstelle.

Metal / Hard RockZug
Aktiv

Greenfield Records – Bern

Kleines Berner Indie-Label mit Fokus auf lokale Rock- und Indie-Acts. Regelmässige Zusammenarbeit mit dem Greenfield Festival für Nachwuchsförderung.

Rock / IndieBern
Aktiv
|Schweizer Musikbranche

Schweizer Musiklabels – Überblick für Bands

Die Schweizer Labellandschaft ist klein, aber vielfältig. Von grossen Indie-Labels mit internationalem Vertrieb bis zu Mikro-Labels, die lokal produzieren: Für Schweizer Bands gibt es unterschiedliche Wege zur Veröffentlichung. bandweb.ch listet Labels, die aktiv Schweizer Bands suchen oder vertreten.

Indie-Labels in der Schweiz

Die wichtigsten unabhängigen Labels der Schweiz sind: Irascible Music (Zürich, gegründet 1992), Two Gentlemen (Zürich), Mouthwatering Records (Zürich), Urban (Bern, HipHop-Fokus) und diverse kleinere Boutique-Labels. Indie-Labels bieten Bands mehr kreative Kontrolle als Major-Deals, aber weniger Marketing-Budget.

Eigenverlag – Self-Publishing für Schweizer Bands

Immer mehr Schweizer Bands arbeiten im Eigenverlag: Sie veröffentlichen selbst auf Bandcamp, Spotify, Apple Music und anderen Plattformen über Distributoren wie DistroKid, TuneCore oder AWAL. Das spart die Label-Provision, erfordert aber eigenes Marketing und Budget für Produktion.

Pro Helvetia fördert Schweizer Musiker beim internationalen Touring und bei Aufnahmen. Eine frühzeitige Beantragung (bis 8 Wochen vor Release/Tour) ist empfehlenswert.

Wie kommt man zu einem Schweizer Label?

Für eine Labelanfrage braucht es: ein professionelles Demo (3–4 Songs), ein EPK, Bühnenerfahrung und nachweisbares Publikumsinteresse (Streaming-Zahlen, Social-Media-Follower, verkaufte Konzerttickets). Kaltakquise per E-Mail ist die übliche Methode; Persönliche Kontakte über die Schweizer Musikszene-Netzwerke (MxM, LiveMusik.ch, bandweb.ch) erhöhen die Chancen.

SUISA und Urheberrechte

Unabhängig vom Label sollten Songwriter bei SUISA registriert sein. Die Verwertungsgesellschaft schüttet Tantiemen aus, wenn Songs öffentlich aufgeführt oder via Radio/Streaming gespielt werden. Die Mitgliedschaft ist für jeden Urheber offen und kostenlos.

Häufige Fragen – Schweizer Labels

Wie vielen Labels gibt es in der Schweiz?

Es gibt schätzungsweise 60–100 aktive Musiklabels in der Schweiz, von kleinen Mikro-Labels bis zu mittleren Indie-Labels mit internationalem Vertrieb. Die grosse Mehrheit sind Indie-Labels mit weniger als 20 signierten Acts.

Braucht eine Band ein Label, um erfolgreich zu sein?

Nicht unbedingt. Streaming-Plattformen und DIY-Distribution haben die Labelabhängigkeit stark reduziert. Viele erfolgreiche Schweizer Acts veröffentlichen im Eigenverlag. Ein Label hilft bei Marketing-Budget, Branchenkontakten und Tourplanung — aber für den Anfang ist der Eigenverlag oft die bessere Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen Label und Musikverlag?

Ein Label kümmert sich um Produktion, Distribution und Marketing von Tonaufnahmen. Ein Musikverlag verwaltet die Urheberrechte an Kompositionen und Texten — er kassiert Tantiemen aus Aufführungsrechten, Sync-Lizenzen und Printrechten. Beides kann in einer Hand liegen, muss aber nicht.

Was sollte man in einem Labelvertrag unbedingt prüfen?

Kritische Punkte: Laufzeit und Optionen (Verlängerungsklauseln), Revenue-Split (Anteil Band vs. Label an Einnahmen), Eigentumsrechte an Masterbändern, Kontrollrecht über Artwork und Live-Auftritte, Kündigungsklauseln und Mindest-Marketing-Verpflichtungen. Rechtsberatung durch einen auf Musikrecht spezialisierten Anwalt ist empfehlenswert.

Wie findet eine Band das richtige Label in der Schweiz?

Recherche: Welches Label hat ähnliche Bands im Roster? Passt das Label zum Genre? Hat das Label nachweislich Erfolge produziert? Netzwerke wie bandweb.ch, Festivals und Branchenevents (MaMA in Paris, Reeperbahn Festival, M4Music in Zürich) sind gute Kontaktmöglichkeiten.

Was ist M4Music und wie wichtig ist es für Schweizer Bands?

M4Music ist Schweizers grösste Branchenkonferenz für Popmusik, jährlich in Lausanne. Es kombiniert Konzerte mit Panels, Networking und einem Newcomer-Wettbewerb. Für Schweizer Nachwuchsbands ist es die wichtigste Möglichkeit, mit Labels, Bookern und Medien in Kontakt zu treten.

Gibt es eine Schweizer Major-Label-Struktur?

Die globalen Major-Labels (Sony, Universal, Warner) haben Schweizer Vertretungen, die aber hauptsächlich mit internationalen Acts arbeiten. Für lokale Schweizer Acts sind Indie-Labels deutlich zugänglicher. Eine Ausnahme: Label-Deals über die DACH-Ebene (Deutschland als Hub), wenn ein Schweizer Act genug Marktpotenzial hat.

Was ist ein 360-Grad-Deal und sollte man ihn akzeptieren?

Bei einem 360-Grad-Deal nimmt das Label nicht nur an Tonaufnahmen, sondern auch an Live-Einnahmen, Merchandise und Endorsements teil. Für das Label mehr Revenue-Sicherheit; für die Band eine erhebliche Einschränkung. In der Schweizer Indie-Szene sind 360-Deals selten — trotzdem alle Vertragsklauseln genau prüfen.